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14.09.2010: Aktive Arbeitsmarktpolitik als Kernelement der Bedarfsorientierten Mindestsicherung
Anlässlich der dritten Jobmesse für langzeitbeschäftigungslose Personen „PERSPEKTIVE:10“ fand heute eine Pressekonferenz des Wiener Dachverbands für sozial-ökonomische Einrichtungen (DSE-Wien) statt. Die TeilnehmerInnen, Dr. Inge Friehs (stv. Geschäftsführerin des AMS Wien), Norbert Bacher-Lagler (Vorstandsvorsitzender des waff) sowie DSE-Vorsitzender Heimo Rampetsreiter, schilderten dabei aktuelle Maßnahmen und Ausblicke aktiver Arbeitsmarktpolitik in Wien im Kontext der im September 2010 gestarteten Bedarfsorientierten Mindestsicherung.
DSE-Wien: Leistungen von SÖBs und GBPs gerade jetzt von großer Bedeutung!
„Die gesellschaftliche Bedeutung aktiver Arbeitsmarktpolitik in Form sozial-ökonomischer Betriebe und gemeinnütziger Beschäftigungsprojekte ist gerade im Kontext der Bedarfsorientierten Mindestsicherung ungebrochen“, betont Heimo Rampetsreiter im Rahmen der DSE-Pressekonferenz. Es sind vor allem langzeitbeschäftigungslose Menschen und Sozialhilfe-BezieherInnen mit zumeist geringen beruflichen Qualifikationen, denen die Angebote der sozial-ökonomischen Einrichtungen zugute kommen. Unterschiedliche soziale Problemlagen und Vermittlungshemmnisse sowie lange Absenzen vom Arbeitsmarkt erschweren ihren Wiedereinstieg ins Erwerbsleben oft zusätzlich.
„Menschen müssen dort abgeholt werden, wo sie sind!“
Sozial-ökonomische Einrichtungen leisten einen unverzichtbaren Beitrag, um gerade dieser Zielgruppe zu helfen, den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben zu meistern. Denn wie kein anderes arbeitsmarktpolitisches Instrument bieten sozial-ökonomische Betriebe und Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte Menschen, deren berufliches Selbstvertrauen durch lange Absenzen vom Berufsleben beeinträchtigt ist, einen geschützten Entwicklungsrahmen, in dem sie sich entfalten können. „Die Menschen müssen dort abgeholt werden, wo sie sind“, betont Rampetsreiter und fügt an: „Die persönliche Stabilisierung braucht Zeit und damit auch finanzielle Ressourcen, doch dadurch lässt sich eine nachhaltige soziale und berufliche Integration von Menschen erreichen, die sowohl ihnen selbst als auch der Gesellschaft zugute kommt“.
AMS Wien: Intensive Vorbereitung auf den Start der Bedarfsorientierten Mindestsicherung
„Um die Bedarfsorientierte Mindestsicherung erfolgreich umzusetzen und die Bezieherinnen und Bezieher in den Arbeitsmarkt einzugliedern, ist eine umfangreiche Betreuung notwendig“, sagt Dr. Inge Friehs im Rahmen der DSE-Pressekonferenz. Daher steht das AMS Wien nicht nur für Informationen und gegebenenfalls Antragsausgabe zur Verfügung, sondern hat auch frühzeitig ein Projekt zur intensiven Betreuung der betroffenen Personen gestartet: In eigens dafür eingerichteten Betreuungs- und Beratungseinrichtungen werden Betroffene maßgeschneidert und mit dem Ziel des beruflichen (Wieder-)Einstiegs beraten, betreut und begleitet. Ermöglicht wird dies durch Kooperation aller in das Themenfeld involvierter Organisationen, insbesondere durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Wien (MA 40) und dem AMS Wien. Das AMS Wien hat sich intensiv auf den Start der Bedarfsorientierten Mindestsicherung vorbereitet: „Unser Pilotprojekt lief über ein ganzes Jahr und erbrachte Vermittlungserfolge, die gerade für diese Zielgruppe beachtlich sind“, betont Dr. Inge Friehs. Insgesamt gibt das AMS Wien 2010 für langzeitbeschäftigungslose Menschen rund 180 Mio. Euro aus. Die Aufwendungen sollen 2011 in etwa gleicher Höhe bereit stehen.
waff: Ausgrenzung am Arbeitsmarkt verhindern
Der waff nimmt beim Kampf gegen die Ausgrenzung vom Wiener Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle ein: Er unterstützt WienerInnen, die in Gefahr sind, langfristig oder dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu werden. „Uns ist es ganz wichtig, dass die Mindestsicherung den Menschen eine gute Absicherung in einer schwierigen Situation ermöglicht“, betont Norbert Bacher-Lagler, Vorstandsvorsitzender des waff. Aber genauso wichtig ist es, MindestsicherungsbezieherInnen beim Weg zurück in eine Beschäftigung gezielt zu unterstützen. „Deshalb ist es für uns zentral, den MindestsicherungsbezieherInnen ab sofort auch die arbeitsmarktpolitischen Angebote zu öffnen“, so Bacher-Lagler. Damit wird Betroffenen geholfen, Schritt für Schritt und gut betreut wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Allein im Jahr 2010 wendet der waff 7 Mio. Euro auf, um 5.700 Personen zu unterstützen, die mit Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt kämpfen. Darüber hinaus verwaltet der waff über den Beschäftigungspakt Wien für die Periode 2010/2011 8,3 Mio. Euro an Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds. Damit werden auch Pilotprojekte in Zusammenhang mit der Einführung der Bedarforientierten Mindestsicherung kofinanziert.
05.10.2009: Bundesminister Hundstorfer eröffnet DSE-Jobmesse für langzeitbeschäftigungslose Menschen
Wien, 5. Oktober 2009: „Sozial-ökonomische Einrichtungen leisten einen unverzichtbaren Beitrag, um Menschen in Beschäftigung zu bringen und den sozialen Zusammenhalt zu fördern“, betonte Bun-desminister Rudolf Hundstorfer im Rahmen seiner Eröffnungsrede zur heutigen Jobmesse des Wiener Dachverbands für sozial-ökonomische Einrichtungen (DSE-Wien) im Großen Festsaal der Berufsschule Längenfeldgasse. „Die Jobmesse bietet einen umfassenden Ü-berblick auf das breite Angebot dieser wichtigen Einrichtungen“, so Hundstorfer.
Langzeitbeschäftigungslosigkeit: 16.533 Personen in Wien
Obwohl das Sinken der Langzeitarbeitslosigkeit in Wien in den letzten Monaten erfreulich ist, ist die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen WienerInnen gestiegen: Im September 2009 waren in Wien ins-gesamt 723 Menschen langzeitarbeitslos, jedoch 16.533 Personen langzeitbeschäftigungslos. Betroffen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit sind in Wien 10.177 Männer und 6.356 Frauen. Im Vergleich zum September 2008 ist das ein moderater Anstieg von 8,4 Prozent. Bundesweit betrug die Steigerung hingegen 16,6 Prozent auf insgesamt 37.111 Personen.
„Eines der prioritären Ziele der Arbeitsmarktpolitik ist es, langzeitbeschäftigungslose Menschen wieder zurück in den Arbeitsmarkt zu bringen“, unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer im Rahmen der Eröffnung der DSE-Jobmesse. So habe das Bundesministerium unter anderem das kommunale Be-schäftigungsprogramm „Aktion 4.000“ ins Leben gerufen, das 4.000 bis 5.000 Langzeitbeschäftigungs-losen die Chance auf einen neuen Arbeitsplatz in Gemeinden oder sozialen Einrichtungen eröffnet. Zudem wurden heuer bundesweit 1.600 zusätzliche Arbeitsplätze in sozial-ökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten geschaffen. Ab September nächsten Jahres wird auch die Notstandshilfe erhöht. BezieherInnen geringer Notstandshilfe erhalten dann bis zu 180 Euro mehr im Monat.
DSE-Jobmesse: Fundierte Beratung und Jobs, Jobs, Jobs!
„Klares Ziel der heutigen DSE-Jobmesse ist, den BesucherInnen die Chance auf freie Transitarbeits-plätze bei sozial-ökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten zu eröffnen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich bei den insgesamt über 30 anwesenden Organisationen zu informieren“, betonte Christoph Parak, Geschäftsführer des DSE-Wien. Unter den Organisationen vor Ort sind auch zahlreiche bekannte Namen, wie zum Beispiel Caritas Wien jobStart, gabarage upcycling design, Job-TransFair, Volkshilfe Beschäftigung oder Wien Work.
„Sozialintegrative Betriebe werden mit der Einführung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung in Österreich im Herbst 2010 zusätzlich an Bedeutung gewinnen", zeigte sich DSE-Geschäftsführer Christoph Parak überzeugt. Wie sonst als über begleitende Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik soll es gelingen, arbeitsmarktferne Personen wie langjährige Sozialhilfe-EmpfängerInnen im Erwerbsalter in den Arbeitsmarkt zu (re-)integrieren.
DSE-Wien: Ansprechpartner für aktive Arbeitsmarktpolitik
Der Wiener Dachverband für sozial-ökonomische Einrichtungen (DSE-Wien) vertritt 30 Organisationen, die sich der Beratung, Qualifizierung, Betreuung und Beschäftigung langzeitbeschäftigungsloser Men-schen verschrieben haben. Auf Basis seiner starken Vernetzung bietet der DSE-Wien fachliche Experti-se in Belangen der aktiven Arbeitsmarktpolitik und ist mit seinen Mitgliedsorganisationen Ansprech-partner für Fördergeber, Politik, Wissenschaft, Medien und Betroffene.

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